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Arnica hilft gegen Arthrose und Arthritis

Rheuma gehört zu den grossen Volkskrankheiten unserer Tage. Wegen der etwa 450 verschiedenen Krankheitsbilder, deren einzige Gemeinsamkeit Schmerzen an Gelenken, Wirbelsäule und Bindegewebe sind, nennt man Rheuma auch die Krankheit mit den vielen Gesichtern.

Am häufigsten sind Abnutzungs- und Verschleisserscheinungen (Arthrosen) sowie entzündliches Rheuma (Arthritis). Zwar kann Rheuma auch Kinder und Jugendliche treffen, doch werden die meisten rheumatischen Krankheiten nach dem 40. Lebensjahr diagnostiziert. Ist man zwischen 50 und 70 Jahren alt, beträgt die Chance, dass sich die Gelenke schmerzhaft bemerkbar machen, etwa 70%. Rheumatische Krankheiten verlaufen in den meisten Fällen chronisch.

Sie beeinträchtigen den Stütz- und Bewegungsapparat und verursachen Gelenkentzündungen bis hin zur Gelenkzerstörung. Sie bewirken Veränderungen an Muskeln, Sehnen und sogar inneren Organen.

Rheumatiker leiden unter Bewegungseinschränkungen und in besonderem Masse unter Schmerzen, die alle Stufen der Schmerzskala umfassen können. Die wichtigsten Rheumaerkrankungen Man unterscheidet drei grosse Gruppen von rheumatischen Erkrankungen:

– Degenerative Rheumaerkrankungen: z. B. Arthrose (Hüfte, Knie, Bandscheiben),

– Entzündliches Rheuma: z. B. Rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis),

– Weichteil-Rheumatismus: z. B. Beschwerden an Muskeln, Bindegewebe, Sehnen.

Arnica gegen Arthrose

Jeder zweite Mensch über 35 Jahre weist bereits Verschleisserscheinungen an seinen Gelenken auf. Ab dem 60. Lebensjahr leidet praktisch jeder Mensch mehr oder minder stark an Arthrose. Die häufigste Ursache für den Verschleiß ist Überlastung, sei es durch zu grosse oder zu einseitige Belastung im Sport, im Haushalt oder am Arbeitsplatz. Dazu kommen angeborene Fehlentwicklungen eines Gelenks, X- und O-Beine, schlecht oder unvollständig ausgeheilte Knochenbrüche, Bänder- und Sehnenverletzungen.

Stark beanspruchte Gelenke wie Knie und Hüfte sind am häufigsten betroffen. Bewegungsmangel, Übergewicht und eine im Alter dünner werdende Gelenkflüssigkeit tragen zur Verschlimmerung der Lage bei.

Die Arthrose meldet sich zunächst durch Steifigkeit und Schmerzen nach längerer Belastung oder bei Bewegungsbeginn. Später treten Entzündungen, Schwellungen und Verformungen auf, die wiederum stärkere Schmerzen mit sich bringen. Die Beweglichkeit wird deutlich eingeschränkt, und die Schmerzen quälen die Betroffenen auch in Ruhephasen oder nachts.

Arnica gegen Arthritis

Bei der rheumatoiden Arthritis spielt das Immunsystem die ausschlaggebende Rolle: es greift den eigenen Körper an. Warum dies geschieht, wissen die Experten bis heute nicht genau. Die Erkrankung beginnt mit einer Entzündung an der Gelenkinnenhaut, kann sich aber auf Knorpel, Knochen und Bänder ausdehnen.

Im Verlauf dieses sehr schmerzhaften Prozesses wird das Gelenk immer weniger belastbar, verformt und versteift sich. In seltenen Fällen kommt die Erkrankung von alleine zum Stillstand. Manchmal treten schon wenige Jahre nach Beginn der Krankheit Gelenkzerstörungen auf, in anderen Fällen gibt es zwischen den Rheumaschüben längere Phasen ohne Beschwerden.

Hilft Arnica bei einer Entzündung?

Die Wissenschaftler verstehen immer besser, wie die Kommunikation zwischen den Zellen abläuft.

Arnica – Nur zur kurzfristigen Behandlung
Arnika kann Arthritis und Arthrose Beschwerden lindern.

Sowohl unter gesunden Bedingungen als auch im Krankheitsfall verständigen sich die Zellen durch so genannte Botenstoffe. Diese Botenstoffe werden durch die Zellen gebildet und von den benachbarten Zellen durch Rezeptoren gebunden.

Rezeptoren nennt man die kleinsten Empfangsorgane, die sich auf der Zelle und am Zellkern befinden. Nach dem Prinzip von Schlüssel und Schloss binden die Rezeptoren die Botenstoffe. Dadurch wird eine ganze Lawine von Prozessen ausgelöst, an denen eine Vielzahl von Abwehr- und Entzündungszellen sowie Botenstoffe und Enzyme beteiligt sind.

Bei der Aktivierung von Entzündungs Zellen findet sich ein Überschuss an Botenstoffen. Diese Botenstoffe gehören zur grossen Gruppe der Zytokine. Bei chronischen Entzündungsvorgängen sind die Zytokine von besonderer Bedeutung, da sie die Entzündung im Gelenk unterhalten. Bei der Behandlung der rheumatoiden Arthritis mit chemischen Medikamenten besteht das Grundprinzip darin, die für die Entzündung verantwortlichen Botenstoffe und Faktoren zu hemmen oder auszuschalten.

Arnica nur verdünnt benutzen

Oftmals handelt es sich bei eventuellen Hautrötungen oder Ausschlägen nämlich gar nicht um eine Allergie, sondern um die Folgen einer falschen Anwendung. So muss, beispielsweise für Umschläge, die Arnicatinktur zunächst immer drei- bis zehnfach mit Wasser verdünnt werden, bevor man sie auf das Tuch und dann auf die zu behandelnde Körperstelle gibt.

Denn Hautreaktionen wie Rötung und wässrige Ekzeme mit Bläschenbildung können durch eine Überdosierung ausgelöst werden, was es natürlich zu vermeiden gilt.

Was bewirkt die Arnica?

Forscher fanden heraus, dass bestimmte Inhaltsstoffe der Arnica einen zentralen Entzündungsfaktor hemmen und positiv auf die für Entzündungen typische erhöhte Zahl von Interleukinen wirken. In einem ähnlichen Wirkmechanismus wie bei kortisonhaltigen Medikamenten wird die Entzündung frühzeitig unterdrückt. Dazu enthält Arnica weitere kraftvolle Inhaltsstoffe, von denen einige ebenfalls an der entzündungshemmenden Wirkung beteiligt sind.

Arnica bei Rheumatischen Beschwerden

Rheumatische Beschwerden äussern sich nicht nur durch schmerzende Knie- und Hüftgelenke. Zu den vielen Formen von Rheuma gehören auch Schmerzen in verdickten Fingergelenken, Schmerzen im Knöchel, Verstauchungen, Schmerzen im Nacken, Rücken und im Kreuz, Bandscheibenschäden, akute und chronische Zerrungen, Sehnenscheidenentzündungen, Schulterschmerzen durch verspannte Muskeln und Sehnen sowie arthrotische Veränderungen im Ellenbogen (Tennisarm).

In all diesen und vielen anderen Fällen steht den Betroffenen das Universalgenie der Bergwiesen, die Arnica (Arnica montana), zuverlässig zur Seite. Arnica, die ausser bei einer bestehenden Korbblütlerallergie keine bekannten Nebenwirkungen hat, ist die zuverlässig wirkende, natürliche Kraft bei chronischen Rheumaschmerzen und entzündlichen Schüben.

Dennoch ist sie eine Bergpflanze

Die schöne dottergelbe Arnica ist eine Kämpferin. Sie hasst gedüngte, kalkreiche Böden und klettert auf mageren Bergwiesen und Almen bis auf eine Höhe von über zweitausend Metern. Trotz des rauen Bergklimas strahlt sie mit erstaunlich grossen Blüten im Juni und Juli mit der Höhensonne um die Wette.

Findet sie im Flachland sandige oder torfige Standorte, sind ihr auch diese Recht, solange sie genügend Licht bekommt. Pflücken oder gar sammeln darf man die auch Bergwohlverleih, Engelblume, Kraftwurz, Johannis- oder Sonnwendblume genannte Heilpflanze nicht: Sie ist geschätzt. Die sich ständig verschlechternden Umweltbedingungen haben der Arzneipflanze in der freien Natur so zugesetzt, dass ihre Bestände überall stark zurückgegangen sind.

Verwendung in der Homöopathie und Kosmetik

Da die Arnica nicht nur in der Naturheilkunde, sondern auch in der Kosmetikindustrie zu den begehrtesten Pflanzen gehört, wich man lange Zeit auf eine andere Arnica Sorte aus (und tut dies in der Kosmetik heute noch). Die Wiesenarnica, Arnica chamissonis, die eigentlich aus Nordamerika kommt, lässt sich problemlos anbauen und steht daher in grossen Mengen zur Verfügung.

Allerdings sind ihre Heilkräfte nicht mit denen der Bergarnica zu vergleichen. Kein Wunder, dass seit der vorigen Jahrhundertwende viele Pflanzenforscher ihre Kräfte (und Nerven!) für den Anbau von Arnica montana einsetzten. Sie sind ausnahmslos kläglich gescheitert. Die Aussaat auf freiem Feld klappte nicht und selbst bei der Anzucht im Gewächshaus war die Ausbeute kaum der Rede wert: Die Bergarnica galt schlicht und einfach als nicht kultivierbar.

Die heilsame Gewalt der Arnica hat bei innerlicher Einnahme auch ihre Schattenseiten: Sie erweitert die Gefässe auf eine Weise, dass der Blutdruck gefährlich absinken kann. Bei falscher Dosierung können so schwere Nebenwirkungen (Schwindel, Herzrhythmusstörungen, Kollaps) auftreten, dass heute generell von der Einnahme von Tee oder Tropfen auf eigene Faust abgeraten wird. Arnica sollte innerlich nur nach Konsultation eines erfahrenen Therapeuten eingenommen werden.

Allergische Reaktionen mit Arnika

In der äusserlichen Anwendung von Arnica gibt es kaum Probleme bei der Selbsthilfe. Nur den Menschen, bei denen eine Allergie gegen andere Korbblütler wie Ringelblume, Schafgarbe oder Kamille vorliegt, muss man raten, beim Einsatz von Arnica behutsam vorzugehen.

Ansonsten wird das Allergiepotential oft viel zu übertrieben dargestellt. Neueren Studien zufolge darf in dieser Hinsicht Entwarnung gegeben werden, denn die Gefahr ist viel geringer als man früher dachte.

Arnica darf immer dabei sein

Ob Sporttasche, Wanderrucksack, Auto-, Reise- oder Hausapotheke Arnica-Gel gehört unbedingt dazu. In der Therapie von Prellungen, Quetschungen, Blutergüssen, Zerrungen, Verstauchungen oder oberflächlichen Venenentzündungen ist die Arnica mit ihren potenten Inhaltsstoffen das Mittel der ersten Wahl.

Schnellstmöglich aufgebracht, entfaltet die Arnica z.B. bei einer Prellung verblüffende Effekte. Ihre Anwendung kann sogar die für Blutergüsse typische Blau-, Rot- oder Grünfärbung unterbinden. Rasch bemerkbar macht sich zudem die intensive schmerzstillende Wirkung der Pflanze.

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